So schützt Titandioxid Radfahrer vor der Sonne

 

Bei Sonnenschein Rad zu fahren, ist ein angenehmer Zeitvertreib – vorausgesetzt, man übertreibt es nicht. Sonst fängt man sich schnell einen Sonnenbrand ein oder sogar einen Sonnenstich. Aber zum Glück kann Titandioxid auch hier helfen …

 
Die Tour de France zählt zu den härtesten Sportwettbewerben der Welt. Jeden Juli gehen hier fast 200 der weltbesten Radrennfahrer an den Start und nehmen über eine Strecke von gut 3.000 Kilometern unglaubliche Strapazen auf sich, um den Heiligen Gral des Radsports zu erringen – das Gelbe Trikot. Aber auf dem Weg dahin sind im wahrsten Sinne des Wortes einige Berge zu bezwingen.

So haben die Fahrer in den Pyrenäen und den Alpen beim Aufstieg an manchen Tagen Höhenunterschiede von bis zu 5.000 Metern zu bewältigen. Und dann wäre da noch die Hitze. In den letzten Jahren wurden am Streckenverlauf Temperaturen von mehr als 50 °C gemessen. 2003 war es sogar so heiß, dass sich der Asphalt verflüssigte. Damals kam der Herausforderer Joseba Beloki auf dem heißen Bitumenbrei ins Rutschen und brach sich ein Bein, den Ellbogen und das Handgelenk.

Distanz, Aufstiege und die Sonne, diese drei Dinge nimmt jedes Team sehr ernst. Und genau da kommt Titandioxid ins Spiel …


 

Auf zwei Rädern zum Sieg

„2017 konnte sich Team Sky in speziellen, mit Titandioxid veredelten Castelli-Outfits den fünften Tour-Sieg in sechs Jahren sichern,“ so Richard Mardle, Brand Director beim britischen Radsportausstatter und Castelli-Importeur Saddleback.

„Wir hatten damals die traditionellen schwarzen Trikots und Hosen des Teams gegen weiße, mit Titandioxid veredelte Outfits der italienischen Marke ausgetauscht, um mehr Sonnenschutz zu bieten. Und das hat hervorragend funktioniert, vor allem in den Bergen.“

Die Teilnehmer der Tour de France sind täglich im Schnitt sechs Stunden der unbarmherzigen Sonne ausgesetzt. Dabei sind Sonnenbrand und Sonnenstich in großer Höhe sehr reale Risiken, da die UV-Strahlung pro 1.000 Höhenmeter um etwa 10 % zunimmt. 2017 war der Col du Galibier mit stolzen 2.645 Metern der höchste Punkt der Strecke. Das heißt, die UV-Belastung ist hier um 25 % höher als auf Höhe des Meeresspiegels.

Bei extremer Belastung kann das zu Ermüdungserscheinungen und einem rapiden Energieabfall führen. Auch ein starkes Absinken des Blutzuckerspiegels mit Anfällen von Benommenheit ist keine Seltenheit. Außerdem steigt bei einer zu intensiven UV-Einwirkung das Sonnenbrandrisiko, und Sonnenbrand ist bekanntlich eine Ursache von Hautkrebs.

„Bei derartigen Belastungen zeigen die reflektierenden Eigenschaften von Titandioxid wirklich, was sie können,“ so Mardle weiter. „Um bei großer Hitze Leistung bringen zu können und die Körpertemperatur zu regeln, brauchen Radsportler leichte, atmungsaktive Kleidung. Das ist durchaus schlüssig, aber je dünner und leichter man Textilien gestaltet, desto geringer fällt der UV-Schutz aus. Natürlich kann man sich mit einem UV-Blocker eincremen, aber dessen Wirkung geht mit zunehmender Transpiration schnell verloren.“

Gemeinsam mit den Materiallieferanten des Unternehmens entwickelte Castelli für seine Bergtrikots und -hosen eine Lösung, die auf Titandioxid basiert, dem Hauptinhaltsstoff von Sonnencremes. Dieser kommt dabei auf zwei verschiedene Arten zum Einsatz

„Zum einen wird ein entsprechendes Nanogarn in das Polyestermaterial der Hosen und Trägerhosen eingewebt. Zusätzlich werden die Kleidungsstücke in einem Tauchbad gewissermaßen mit Titandioxid imprägniert. So entsteht eine zweite Schutzschicht gegen Sonneneinstrahlung,“ erläutert Mardle.

 

Attraktiv auch für Freizeitsportler

Für Toursieger Chris Froome hat sich die Technologie ganz gewiss ausgezahlt, aber natürlich haben nicht nur Profis wie er ein Problem mit der Sonne. „Teams wie Sky sind unsere Performance-Partner, mit denen wir unsere Produkte testen und optimieren,“ erklärt Mardle. „Anschließend werden sie dann weltweit auch Hobbyradfahrern angeboten.“

Dabei sind Castelli Modelle wie die mit Titandioxid geschützte Trägerhose Inferno und das Trikot Climber 2.0 für die Millionen von Freizeitradlern sogar noch wertvoller als für die Profis. Denn während ein Profi über den Tag eine Durchschnittsgeschwindigkeit von mehr als 40 km/h erreicht, sind Freizeitsportler meist nur halb so schnell unterwegs. Das ergibt bei derselben Strecke die doppelte Sonneneinstrahlung.

Nehmen Sie „L’Étape du Tour“. Bei diesem Amateurradrennen nehmen einen Tag, bevor die Profis antreten, Tausende von Radsportenthusiasten eine Etappe der Tour de France in Angriff. 2017 hatten die Organisatoren die 178 km lange Strecke von Briancon nach Izoard mit einem finalen Anstieg von 14,7 Kilometern ausgewählt. Der Franzose Warren Barguil entschied bei der Tour diese Etappe mit einer Zeit von 4:40:33 Std. für sich. Bei der Amateurveranstaltung kam der letzte Starter erst nach 13:02:32 Std. auf dem Gipfel von Izoard an. Das ist fast dreimal so lange, und das bedeutet, dass im Hobbybereich die Gefahr durch UV-Strahlung noch erheblich höher ist.

„Je länger man im Sattel sitzt, desto eher braucht man ein atmungsaktives, offenmaschiges Top,“ so Mardle. „Dank der UV-abweisenden Eigenschaften von Titandioxid kann man so etwas nun zum Glück auch bedenkenlos tragen.“
 

Auf eine strahlende Zukunft

2018 wird Chris Froome versuchen, seinen fünften Tour-de-France-Sieg zu erringen, was in der gesamten Geschichte dieses Rennens erst vier Fahrern gelungen ist. Aber wie sieht die Zukunft von Titandioxid im Radrennsport aus?

„Wir planen, Titandioxid auch in anderen Kollektionsbereichen einzusetzen,“ so Mardle abschließend. „Dadurch können wir die Gesundheits- und Performance-Vorteile der Castelli-Produkte weiter ausbauen … und davon werden letztlich Radsportler in der ganzen Welt profitieren.“