Wie helle weiße Linien die Straßen für alle Verkehrsteilnehmer sicherer machen

Weiße Linien auf der Straße ermöglichen ein sicheres Fahren und organisierten Verkehr, aber was macht sie so effektiv?

 

Weiße Linien sind seit über einem Jahrhundert Synonym für sichere Verkehrsgestaltung, und es ist kein Zufall, dass die ersten weißen Straßenmarkierungen zur selben Zeit aufkamen, wie die erste Welle massengefertigter Automobile.

Die Idee, eine weiße Linie in der Mitte der Straße aufzumalen, wurde vom US-Amerikaner Edward N. Hines im Jahre 1911 entwickelt[1] – zwei Jahre, bevor Henry Ford die erste Produktionsstraße für Autos erbaute[2].

Heute lässt sich eine solch einfache Innovation leicht als gegeben hinnehmen, aber die enormen Auswirkungen, die weiße Markierungen auf die Straßensicherheit hatten – indem Autofahrern das Spurhalten durch eine klare Abgrenzung vom Gegenverkehr erleichtert wurde und somit das Unfallpotential reduziert werden konnte – dürfen nicht unterschätzt werden.

Die Effektivität weißer Straßenmarkierungen ist wesentlich dem chemischen Fortschritt zu verdanken, genauer gesagt der industriellen Bereitstellung von Titandioxid (TiO2). Weiße Straßenmarkierungen können ihren Zweck nur erfüllen, wenn sie jederzeit, unter allen Bedingungen, für alle Straßenverkehrsteilnehmer sichtbar sind. TiO2 spielt hierbei eine entscheidende Rolle.

TiO2 zählt zu den hellsten weißen Stoffen der Welt und interagiert mit Licht auf eine Weise, die sicherstellt, dass weiße Straßenmarkierungen selbst nachts oder bei schlechtem Wetter im Licht der Autoscheinwerfer gut sichtbar sind. Dies ermöglicht es Autofahrern, dem Straßenverlauf sicher zu folgen.

 

white car driving along road with white lines

 

Wie funktionieren weiße Straßenmarkierungen?

Weiße Straßenmarkierungen werden aus einem thermoplastischen Granulat hergestellt,, das mit Titandioxid-Pigmenten und Glasperlen gemischt wird.

Das Pigment liefert eine strahlend weiße, gut sichtbare Farbe, und die Perlen dienen als „Retroreflektoren“; das bedeutet, dass sie Licht in Richtung der Quelle reflektieren.

Nachts wird das Licht der Autoscheinwerfer von den Markierungen wieder zum Fahrer zurückgeworfen und hilft ihm beim Erkennen der Straße.

 

Können andere Pigmente die Funktion von Titandioxid erfüllen?

Keine anderen Pigmente können mit denselben Einsatzmengen dieselben Gesamteigenschaften bieten.

Obwohl andere Stoffe wie Bariumsulfat und Kaolin gewisse Mengen an TiO2 in Rezepturen ersetzen können, fehlt ihnen die Deckkraft von TiO2, weswegen sie nicht den ganzen TiO2-Anteil ersetzen können. Zudem sind erheblich höhere Anteile Bariumsulfat erforderlich, um ein vergleichbares Ergebnis zu erzielen, weshalb TiO2 eine kostengünstigere Lösung darstellt, ganz abgesehen von der Tatsache, dass das Angebot von TiOweit über dem von Bariumsulfat liegt[3].

Daher ist TiOheute das gebräuchlichste weiße Pigment, ganz besonders bei dieser Anwendung. Aufgrund seiner hohen Reflektivität und Beständigkeit kombiniert dieses Material höchstmögliche Sicherheit mit effizientester Ressourcennutzung.

 

Beitrag zur erhöhten Verkehrssicherheit

TiO2 wird bei weißen Straßenmarkierungen verwendet und ermöglicht Auto- und Fahrradfahrern ein sicheres Vorankommen. Ohne diese hellen weißen Straßenmarkierungen wäre mehr und bessere, teure Straßenbeleuchtung erforderlich.

Viele Länder haben bestimmte Anforderungen, um sicherzustellen, dass Straßenmarkierungen hell, gut sichtbar und deutlich sind.

In der EU müssen Straßenmarkierungen beispielsweise bestimmte Leistungsstandards einhalten, die Leuchtkraft, Sichtbarkeit bei Tag und Nacht, Griffigkeit und Langlebigkeit festlegen[4].

Diese Normen sind mit der Grund, warum wir in einem Zeitalter leben, in dem die Sicherheitsstandards der Straßen besser sind als je zuvor. Seit 2010 hat sich die Anzahl von Todesfällen auf Straßen in der EU um nahezu ein Fünftel reduziert[5], und die EU hat das strategische Ziel, die Anzahl von Todesfällen im Straßenverkehr von 2010 bis 2020 zu halbieren[5].

Obwohl zahlreiche Faktoren zur Sicherheit der Straßen beitragen, von besseren Sicherheitsmerkmalen der Fahrzeuge bis hin zur besseren Fahrerausbildung und gesteigertem Sicherheitsbewusstsein – leistet Titandioxid hier sicherlich einen wichtigen Beitrag.

Literatur